Zur Lage der Automobilindustrie
08. Juni 2009 - 18:00
Bei Ford in Köln herrscht Aufbruchstimmung
Er ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke in Köln. Detailreich und überzeugend greift er das Thema des Abends auf: «Die Lage der Automobilindustrie».
«Wir hätten auch schwer danebenliegen können», raunt ein IHK-Manager - wenn etwa Porsche-Chef Wendelin Wiedeking verpflichtet worden wäre... So schnell kann´s gehen: heute noch Top-Erträge - und schon kurz darauf den Staat anpumpen.
Mattes macht vor dem Zuhörerkreis von Unternehmern aus der Region deutlich, dass Ford Deutschland keinesfalls zu denen zählen werde, die um öffentliche Unterstützung bitten (müssen) - wie gerade der Mitbewerber Opel.
Wer den Ford-Spitzenmann nach seiner Meinung über diesen «Sündenfall» fragt, wie ihn viele Wirtschaftsgrößen lautstark beklagen, bekommt statt scharfer Kritik eine geschmeidige Antwort zu hören.
Aber seine Position ist dennoch unmissverständlich. Dieser Vorgang dürfe keinesfalls den Wettbewerb verzerren. Für alle daran Beteiligten müssten gleiche Bedingungen gelten, sagt Mattes.
Ford geht es in der aktuellen Wirtschaftskrise noch relativ gut. Die Abwrackprämie sorgt für einen solch großen Absatz an Fahrzeugen, dass die vereinbarte Kurzarbeit gestoppt ist und sogar Sonderschichten gefahren werden.
Just zum Zeitpunkt des steigenden Bestelleingangs, stellte Mattes nicht in Abrede, sei der Relaunch des Brot- und Butter-Modells «Fiesta» erfolgt, der am Markt bestens angekommen sei. «Wir hatten auch Glück», bekennt er.
Dunkle Wolken sind indes über der amerikanischen Ford-Mutter aufgezogen. Den krisengeschüttelten Konzern hat der Absatzeinbruch voll erwischt. Doch trotz Milliardenverlusten will auch er ohne Staatshilfen bis 2011 wieder in die Gewinnzone fahren.
Ford zählt in der Bundesrepublik rund 29.000 Mitarbeiter. Auch in Aachen ist der Konzern vertreten: mit dem einzigen Forschungszentrum außerhalb der USA. Bernhard Mattes betont bei der IHK, dass bei seiner Mannschaft eine «enorme Aufbruchstimmung, der Wille zur Erneuerung» herrsche.
Bei der Neuausrichtung setzt er auch auf Elektro-Mobilität. 2011 soll der Ford Focus in kleiner Stückzahl mit Elektroantrieb auf den Markt kommen.
Ein großes Umweltthema bleibe aber auch die Verbesserung des Verbrennungsmotors, wo noch ein Einsparpotenzial von bis zu 15 Prozent winke, erwartet Mattes.
Von Berthold Strauch | Aachener Zeitung 09.06.2009, 17:58
Aachen. Seit einem halben Jahr war der Termin fixiert. «Top-Manager stehen Rede und Antwort», heißt die Gesprächsreihe der Aachener Industrie- und Handelskammer (IHK). Dabei bewiesen die IHK-Macher ein gutes Näschen, als sie Bernhard Mattes dafür verpflichteten.
Er ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke in Köln. Detailreich und überzeugend greift er das Thema des Abends auf: «Die Lage der Automobilindustrie».
«Wir hätten auch schwer danebenliegen können», raunt ein IHK-Manager - wenn etwa Porsche-Chef Wendelin Wiedeking verpflichtet worden wäre... So schnell kann´s gehen: heute noch Top-Erträge - und schon kurz darauf den Staat anpumpen.
Mattes macht vor dem Zuhörerkreis von Unternehmern aus der Region deutlich, dass Ford Deutschland keinesfalls zu denen zählen werde, die um öffentliche Unterstützung bitten (müssen) - wie gerade der Mitbewerber Opel.
Wer den Ford-Spitzenmann nach seiner Meinung über diesen «Sündenfall» fragt, wie ihn viele Wirtschaftsgrößen lautstark beklagen, bekommt statt scharfer Kritik eine geschmeidige Antwort zu hören.
Aber seine Position ist dennoch unmissverständlich. Dieser Vorgang dürfe keinesfalls den Wettbewerb verzerren. Für alle daran Beteiligten müssten gleiche Bedingungen gelten, sagt Mattes.
Ford geht es in der aktuellen Wirtschaftskrise noch relativ gut. Die Abwrackprämie sorgt für einen solch großen Absatz an Fahrzeugen, dass die vereinbarte Kurzarbeit gestoppt ist und sogar Sonderschichten gefahren werden.
Just zum Zeitpunkt des steigenden Bestelleingangs, stellte Mattes nicht in Abrede, sei der Relaunch des Brot- und Butter-Modells «Fiesta» erfolgt, der am Markt bestens angekommen sei. «Wir hatten auch Glück», bekennt er.
Dunkle Wolken sind indes über der amerikanischen Ford-Mutter aufgezogen. Den krisengeschüttelten Konzern hat der Absatzeinbruch voll erwischt. Doch trotz Milliardenverlusten will auch er ohne Staatshilfen bis 2011 wieder in die Gewinnzone fahren.
Ford zählt in der Bundesrepublik rund 29.000 Mitarbeiter. Auch in Aachen ist der Konzern vertreten: mit dem einzigen Forschungszentrum außerhalb der USA. Bernhard Mattes betont bei der IHK, dass bei seiner Mannschaft eine «enorme Aufbruchstimmung, der Wille zur Erneuerung» herrsche.
Bei der Neuausrichtung setzt er auch auf Elektro-Mobilität. 2011 soll der Ford Focus in kleiner Stückzahl mit Elektroantrieb auf den Markt kommen.
Ein großes Umweltthema bleibe aber auch die Verbesserung des Verbrennungsmotors, wo noch ein Einsparpotenzial von bis zu 15 Prozent winke, erwartet Mattes.

